Zen

Zen ist für mich in meiner Praxis der äußerste, weiteste Rahmen, der alles zusammenhält, an den alles andere angebunden ist. Es ist für mich der Weg der Freiheit, der Nicht-Identifikation mit den Dingen, Konzepten, dem Körper, mit dem getrennten Ego vor allem, der Weg der Identifikation mit dem wahren Selbst als Nicht-Selbst, mit der Leerheit, die nie Objekt sein kann: der Stille im Hintergrund, die uns erst hören lässt; dem inneren Licht, das, selbst unsichtbar, alles in einem  Zusammenhang erscheinen und sichtbar werden lässt; der offenen Weite, die uns uns selbst als ungetrennt von der Welt und den anderen erfahren lässt.

Vom Wort her ist Zen die japanische Übersetzung des im Yoga bekannten Sanskrit-Wortes Dhyana, was im Wesentlichen einfach den in sich gesammelten, aber nicht auf einen bestimmten Gegenstand gerichteten Geisteszustand der Meditation meint. Historisch ist Zen eine in China im 5. Jahrhundert entstandene, stark vom Taoismus geprägte Form des Mahayana-Budddhismus, die im Wesentlichen in Klöstern und auf Wanderschaft zwischen Klöstern im Meister-Schüler-Verhältnis praktiziert und weiterentwickelt wurde und ab dem 12. Jahrhundert in Japan seine kulturprägende, institutionell voll ausgeprägte Gestalt gewann.

Was Zen seit jeher ausmacht, ist der Fokus auf Zazen, bloßes Sitzen im Gewahrsein des wahren Selbst in seiner Ungetrenntheit von der Welt. Zum Selbstverständnis des Zen gehört, davon auszugehen, dass dieses Realisieren des Selbst, jenseits von Konzepten und Lehrtexten, nur in der Praxis stattfindet, im Sein, im wahrnehmenden Kontakt mit sich selbst und mit einem Meister, der es repräsentiert und vorlebt. Insofern ist Zen auch weit mehr als bloßes Sitzen. Der Prozess der Selbstrealisierung ist ein Lebensweg, auf dem die Einsicht in die Ungetrenntheit von Selbst und Welt in Charakterbildung im tätigen Leben aus dem Mitgefühl mit allen Lebewesen sich auszudrücken, zu vertiefen und zu bewähren hat. Zen ist ein wunderschöner tiefer Weg diesseitiger Spiritualität.

Mit seiner Tiefe und Klarheit, seiner lebenspraktischen bejahenden Haltung irdischen Daseins ohne Glaubenssätze und theoretischen Überbau hat Zen in der jüngeren Vergangenheit auch im Westen Menschen angezogen. Viele christliche Prister haben zur Vertiefung ihrer Spiritualität in Japan Zen praktiziert. Pater Hugo Enomiya-Lassalle war als Missionar in Japan, hat dort Zen kennengelernt und viel zur Akzeptanz der Zen-Praxis in der katholischen Kirche beigetragen. Mein Zen-Meister, Pater AMA Samy aus Südindien, wurde von Pater Lassalle zu seinem Lehrer, Yamada Kôun Roshi nach Japan geschickt, um bei ihm Zen zu praktizieren und wurde von Yamada zum Zen-Meister autorisiert. AMA Samy hat mich autorisiert, Zen-Gruppen anzuleiten, beim gemeinsamen wöchentlichen Praktizieren von Zazen oder auch bei mehrtägigen Zusammenkünften zur Einkehr und zu intensivem Praktizieren von Zazen, im Zen Sesshin genannt.

Ich möchte dich hier zu einer Zengruppe einladen, die an einem Abend in der Woche für 2 Stunden im Zentrum für Bewusstheit in Greifswald stattfindet. Dort sitzen wir für drei Sitzeinheiten für jeweils 25 Minuten in Zazen in Stille, mit jeweils 5 Minuten Gehmeditation dazwischen, sowie einem Zeitfenster, in dem es Raum gibt für Erläuterungen oder Fragen oder Inspiration. Du musst dafür keinerlei Vorkenntnisse haben, auch keine vorgeschriebene Sitzposition einnehmen können. Außer lockerer bequemer Kleidung musst du auch nichts weiter mitbringen, nur dich selbst und deine Neugier und Offenheit dafür, wahrnehmend in Kontakt mit dir zu gehen.

Es ist eine Einladung heimzukommen zu dir selbst. Dazu bist du bei mir herzlich willkommen!

Die Gruppe ist in Planung und wird hier demnächst angekündigt.

Ort und Preise

Bei Interesse oder Fragen nimm gerne Kontakt mit mir auf.