Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist ein wunderbarer Weg, Prozesse der Selbst-werdung zu unterstützen. Ihr zufolge rührt jede Form seelischen Leidens letztlich von einer Entfremdung von unserem wahren Selbst her: In den ersten Beziehungen unseres Lebens in der Kindheit identifizieren wir uns unbewusst mit einem von den anderen getrennten ‚Ich‘, mit all den Rollen und Zuschreibungen, die wir in ihrem Spiegel unbewusst übernehmen und die sich beim Hineinwachsen in die Kultur in uns verfestigen. Sie alle haben sich heute in unserem Körper, unserem Fühlen, Denken und Verhalten niedergeschlagen, dazu sagen wir: ‚Ich‘. Der Schlüssel zur Heilung seelischen Leidens liegt für die Gestalttherapie im Gewahr-sein (engl.: „awareness“), insbesondere im Wahr-nehmen unseres wahren Seins.

 

Als aus der Psychoanalyse hervorgegangene Form der Gesprächstherapie hat sich die Gestalttherapie bald von Freud emanzipiert, indem sie sich kreativ ein reifes Verständnis unseres wahren Seins, unseres Selbst, insbesondere aus Gestaltpsychologie und Phänomenologie angeeignet hat. Damit war sie, anders als Freud, nicht in dem dualistischen, materialistisch-mechanistischen naturwissenschaftlichen Denken der Zeit verhaftet. Stattdessen begreift sie das Selbst als originären Prozess der Sinngebung im Kontakt zwischen Organismus und Umwelt, Innen und Außen, in dem diese, untrennbar voneinander, fortwährend ineinander übergreifen und in beständiger Gegenwart die Gestalt (daher der Name) des offenen individuellen Bewusstseinsfeldes bilden mit seinen Vordergründen und Hintergründen, dem, was aktuell offensichtlich ist und Aufmerksamkeit fordert und dem, was in seine räumlichen und zeitlichen Horizonte, in Vergangenheit und Zukunft, hineinreicht und sich der Aufmerksamkeit entzieht. Gemäß der Gestalttherapie gilt es, dieses offenen Bewusstseinsfeldes eigens gewahr zu werden.

So liegt unser Fokus in der Gestalttherapie stets auf dem Kontakt: auf der Beziehung von Klient und Therapeut, von Mensch zu Mensch, von Ich und Du, wie die Gestalttherapie mit Martin Buber sagt, so wie sie sich im Hier und Jetzt entfaltet; getragen von wohlwollender Präsenz, von Anerkennung und Respekt für die Würde und Souveränität des Einzelnen als letztlich unergründlichen Anderen und von dem daraus erwachsenden Vertrauen.

In der Entfaltung der therapeutischen Beziehung stelle ich als Therapeut dir als Klienten meine geschulte Wahrnehmung aller Ebenen deines Seins als Resonanzraum zur Verfügung, der körperlichen, in der alles andere verankert ist, der emotionalen, die uns hintergründig zumeist besonders bestimmt, der gedanklichen, die den meisten von uns am leichtesten zugänglich ist und der Verhaltensebene, auf der die meisten seelischen Konflikte zum Vorschein und zum Ausdruck kommen. Ich lade dich zu bewährten Wahrnehmungsübungen oder aus der Situation heraus motivierten Experimenten ein, lasse dich auf dem sogenannten „heißen Stuhl“ hervorstechende Situationen in der Wiederholung zum Ausdruck bringen oder durch Bewegung, eventuell auch auf andere Weise, kreativ dich ausdrücken, z. B. auch schreibend als Hausaufgabe. Ganz phänomenologisch beschreiben wir zusammen, was sich zeigt, und ziehen den relevanten Kontext heran, um so im Erscheinenden Muster, die dich sonst unbewusst reagieren lassen, aber die vielleicht gar nicht (mehr) deinem heutigen erwachsenen Sein entsprechen, erfahrbar werden zu lassen und um dadurch deine Freiheit zu vergrößern, spontan aus deinem wahren Selbst heraus authentisch auf die Situation zu antworten.

Auf diese Weise vermagst du mehr und mehr, deinen Platz in dir, in deinem wahren Selbst, einzunehmen, dich, wo immer du sonst bist, in dir selbst zuhause zu fühlen. Du übernimmst zunehmend Verantwortung für alles, was in dir vorgeht, d. h. du nimmst es als Teil von dir und dich darin vollständig an. Du vermagst immer besser, deine Gefühle und Bedürfnisse in ihrer Angemessenheit zu deiner Umwelt wahrzunehmen und in deinen Beziehungen zu benennen. Energie und Lebensfreude werden frei, weil du mehr und mehr dein Leben lebst. Und du hörst auf, dich verändern zu wollen, weil du mehr und mehr realisierst, dass es vielmehr allein darum geht, dich du selbst sein zu lassen und somit Wandel als Entfaltung deiner Selbstnatur nicht im Wege zu stehen.

Eine Rückmeldung einer Klientin lautete dementsprechend: „Lieber Nikolas, du hast mir dabei geholfen, meine Wurzeln im Raum zu vertiefen!! Dass ich mich „wirklich“ auf deine Unterstützung einlassen konnte, hat mit deiner „Echtheit“ zu tun, im Herzen und im Geist. Du bist auf eine hilfreiche Weise nah und dabei. Ich konnte dadurch eine gute Bindung zu dir aufbauen. Für mich im Therapie-Kontext sonst eher schwierig. Deshalb freue ich mich, dass ich bei dir gelandet bin.“ (Katrin)

Ort und Preise

Wenn du Fragen oder Interesse an einer kostenfreien ersten Sitzung hast, in der wir beide sehen können, ob wir zusammenarbeiten wollen, und den Rahmen dafür festlegen können, melde dich gerne bei mir.